Hashimoto – und jetzt?

Hallo Ihr Hübschen,

heute gibt es kein neues Outfit von mir, sondern etwas zum Thema Hashimoto. Schon lange hatte ich vor, mein letztes Jahr in puncto Gesundheit hier mit Euch zu teilen – vielleicht kann ich jemanden mit dem gleichen Problem darauf stoßen. Die Wahrscheinlichkeit ist zumindest gegeben, wenn Ihr, wie ich, schon lange übergewichtig seid.

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Da die Hormone eine große Rolle beim Stoffwechsel spielen, lohnt es sich dann mal zu hinterfragen, ob nicht eine ähnliche Krankheit oder ebenfalls Hashimoto dahinter stecken könnte.

Bei mir hat es ewig gedauert und konkrete Nachfrage von mir gebraucht, bis ein Arzt mal auf den Gedanken kam, mich zum Spezialisten zu überweisen – von daher, traut Euch und sprecht es einfach selbst an! Beim Nuklearmediziner wurde nämlich recht schnell klar, was mit mir los ist: Diagnose Hashimoto.

Was ist Hashimoto?

Bei Hashimoto handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, die bewirkt, dass die Schilddrüse schrumpft. Sie kann sich im Lauf des Lebens entwickeln. Warum das so ist, weiß man nicht genau, aber es gibt durchaus Vermutungen. Einerseits gibt es demnach eine Familienhäufigkeit, weshalb unter anderem die Gene eine Rolle spielen können. Andererseits gibt es die Theorie, dass der vermehrte Jodkonsum seit dem 20. Jahrhundert die wachsende Zahl an Schilddrüsenerkrankungen begünstigt hat.

Lage der schmetterlingsförmigen Schilddrüse, Bildquelle: https://pixabay.com/

Lage der schmetterlingsförmigen Schilddrüse, Bildquelle: https://pixabay.com/

Anders als bei Patienten mit einer „normalen“ Schilddrüsenunterfunktion funktioniert die Schilddrüse bei Hashimoto-Erkrankten grundsätzlich ganz normal. Das eigentliche Problem: Der Körper nimmt sie als Fremdkörper wahr und attackiert sie daher mit Antikörpern. Das Ergebnis: Die Schilddrüse schrumpft – und zwar unwiderruflich – mit allen Folgen einer Schilddrüsenunterfunktion.

Hashimoto Symptome

Die Symptome können bei Hashimoto wohl recht unterschiedlich ausfallen und hängen auch etwas davon ab, in welchem Stadium man sich befindet. Bei vielen Patienten geht es wohl zunächst los mit einer Überfunktion (Gewichtsabnahme, schneller Puls, Schweißausbrüche etc.) Aber in dieser Phase habe ich mich zum Beispiel nie befunden, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern. Mit folgendenden Symptomen der späteren (und endgültigen) Unterfunktionsphase habe ich lange gelebt, geht es dir vielleicht auch so?

  • Du fühlst dich grundsätzlich abgeschlagen, oft müde und wenig belastbar?
  • Es fällt dir schwer dich zu konzentrieren, du vergisst oft Dinge?
  • Du fühlst sich immer wieder gereizt, depressiv oder hast Panikattacken?
  • Du hast ungewöhnlich viel Haarausfall?
  • Dich belasten immer wieder Verstopfungen und/oder Blähungen?
  • Du neigst zu teigig wirkender, trockener Haut?
  • Du legst immer wieder/weiter an Gewicht zu?
  • Du hast Probleme mit einem regelmäßigen Zyklus oder hast es schwer schwanger zu werden?
  • Du hast immer weniger Lust auf Sex?
  • Nachts schlafen deine Hände und Arme immer wieder ein?
  • Du hast mit verspanntem Nacken zu kämpfen?
  • Du schwitzt nachts häufig?

Das sind Symptome, die durch die fehlenden Schilddrüsenhormone ausgelöst werden können. Die Immunerkrankung KANN sich durch die vielen Antikörper im Blut aber auch noch in

  • Muskelkrämpfen und -verhärtungen
  • Schwindelgefühlen
  • Magen-Darm-Problemen
  • Fieber (hatte ich eine ganze Weile völlig unerklärlich)
  • erhöhten Werten der Leber
  • winzig kleine, weiße Fleckchen auf den Unterarmen

äußern. Ich erhebe hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber das meiste davon ist bei mir eingetreten und hat mich immer wieder beschäftigt.

Portrait Sizeplus-StyleDeshalb: Wenn du einiges davon bei dir beobachtest, ist es bestimmt sinnvoll, dich mal durchchecken zu lassen. Ich habe das beim Checkup mit 35 machen lassen – und ärgere mich im Nachhinein, weil ich mich bestimmt schon 10-15 Jahre immer wieder oder latent so gefühlt habe. Message von mir an Euch: Nehmt Euch da selbst ernst!

Diagnose Hashimoto

Wenn du jetzt also zum Hausarzt gehst, dann wird er erstmal dein Blutbild checken auf die sogenannten TSH Werte – (dabei geht es um das Hormon Thyreotropin). Diese Werte sind bei einer Unterfunktion erhöht, da Thyerotropin dafür da ist, die Schilddrüse zur Hormonproduktion anzuregen. Umso schlechter die Schilddrüse funktioniert, umso mehr bemüht sich der Körper also, den Vorgang mit mehr Thyreotropin anzukurbeln -> die Werte gehen hoch. Bei mir waren die Werte an der oberen Grenze des „Normbereichs“, aber zum Glück hat mich mein Hausarzt trotzdem in die Schilddrüsenpraxis geschickt:

Dort hat man mir erklärt, dass die Skalen der Allgemeinmediziner veraltet sein können und sie das auf jeden Fall abklären wollen. Daraufhin gab es dort noch eine Blutabnahme (LOVE IT…NOT) und meine Schilddrüse wurde per Szintigrafie untersucht. Die Blutwerte zeigten wieder die Unterfunktion, aber das Szintigramm ergab, dass die Schilddrüse normal funktioniert. Beim Ultraschall wurde noch deren, für meinen Körper viel zu geringe, Größe gemessen und dann habe ich meine ersten Tabletten verschrieben bekommen. Sie enthalten das o.g. Thyreotropin in künstlicher Form und gleichen damit einfach aus, was meine Schilddrüse nicht leisten kann.

2. Besuch beim Nuklearmediziner

Ich musste nach acht Wochen noch einmal zum Check, um zu sehen, ob die Hormone auch in der richtigen Dosierung eingestellt sind. Bei der nächsten Untersuchung der Schilddrüse ein paar Monate später wurde dann klar, dass die Schilddrüse nicht nur zu klein ist für meinen Körper, sondern tatsächlich schrumpft. Erst jetzt hatte ich die Diagnose Hashimoto.

Aha, ich habe Hashimoto – und nu?

Sizeplus-Style.deZunächst war ich erleichtert, endlich eine Erklärung zu haben für meine über viele Jahre beständige Gewichtszunahme, immer wieder unterbrochen von „Ernährungsumstellungen„, die ich am Ende doch wieder frustriert abgebrochen hatte. Jetzt hatte ich eine Erklärung dafür, was besonders in den letzten Jahren mit mir los war.

Aber leider ist auch gegen Hashimoto nicht einfach ein „Kraut“ gewachsen, wie ich feststellen musste. Ich bin zwar medikamentös eingestellt, aber auch hier ist immer wieder Feinjustierung notwendig und ich habe zwischenzeitlich wieder zugenommen. Die Einnahme der Tabletten reicht also wohl leider nicht aus, was mich zu meinem Kampf mit der richtigen Ernährung bei Hashimoto bringt.

Hashimoto Ernährung & Abnehmen

Regenbogen Kirche BerlinLEIDER gab es keine spontane Zauberwirkung der Hormonmedikamente bei mir – das klingt sehr naiv, aber meine kühnsten Träume gingen schon in die Richtung. Pustekuchen. Und das hat mich für ein paar Monate echt gelähmt, zu sehen, dass ich trotzdem zunehme, wenn ich nicht aufpasse, mich gesund zu ernähren.

Das ist irrational, aber so war es. Inzwischen ist mir klar: Die Tabletten haben immerhin bewirkt, dass ich nicht suksessive immer weiter zunehme und sie geben mir eine realistische Chance abzunehmen. Nur das WIE ist noch für mich rauszufinden. Ich habe so viel zum Thema Hashimoto Ernährung gelesen, dass mir ganz schwindlig wurde und ich gar nicht mehr wusste, wie ich es angehen sollte. Jeder hat hier seine eigenen Erfahrungen und seine eigene Herangehensweise. Low Carb ist mir besonders häufig begegnet.

WAS, kein frisches Brötchen vom Bäcker mehr???

Interessant für mich: Bei manchen steht die Erkrankung auch in Zusammenhang mit Glutenunverträglichkeit. Das vermute ich aktuell aus meiner Erfahrung der letzten 25 Jahre auch bei mir. Deshalb versuche ich, auf Weizen, Roggen und Gerste zu verzichten und grundsätzlich nicht so viele Kohlenhydrate zu mir zu nehmen – mal schauen, was das bringt.

Seufz...frische Brötchen, Bildquelle: https://pixabay.com/

Seufz…frische Brötchen, Bildquelle: https://pixabay.com/

Der Verzicht funktioniert noch nicht grad flawless, aber es ist eine extreme Umgewöhnung, für die ich mir einfach die Zeit lasse, die ich brauche – überlegt mal: keine Brötchen, Brot, Kuchen, Kekse etc. mehr vom Bäcker, nicht zugreifen, wenn die Kollegen was leckeres Backen.

DAS sind Stolpersteine, über die ich nicht so gut hüpfen kann – bis jetzt. Zu Hause ist es einfacher: Ich habe alles rausgeschmissen, was Gluten enthält. Mein Mann hat noch seinen Toast und seine Brötchen, aber gekocht und gebacken wird nur noch gluten-free. Und dann schauen wir mal, wie sich das alles entwickelt.

Hashimoto und Sport

Ich habe gelesen, dass starke Belastungen und großer Stress Schübe bei Hashimoto auslösen können. Sport sollte daher moderat betrieben werden und zu viel Stress vermieden.

Ready for Aquarobic

Ready for Aquarobic

Da ich unbedingt etwas für mich machen wollte, habe ich mich gleich um die Ecke einmal die Woche zum Aquarobic angemeldet und war nun schon ein paarmal da. Es macht unglaublich Spaß, ich fühle mich hinterher beschwingt und glücklich und mein Körper wird nicht überlastet – danke des Wasserwiderstands. Ich denke, auch hier gehe ich einen ganz vernünftigen Weg. Etwaige Rückschläge oder Fortschritte werde ich hier in Zukunft immer wieder beleuchten.WISH ME LUCK!

Nach dem Marathon mit lauter trockenenen Informationen ein bisschen Selbstironie zum Abschluss:

Bis ganz bald

Katrin

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