Zu Hause im eigenen Körper

Ich hatte in der Vergangenheit angekündigt, dass ich mich auch mehr mit dem Thema Gesellschaft und damit verbundenen Körperbildern beschäftigen möchte. Entsprechend hat es perfekt gepasst, dass mich Gisela Enders von Dick e.V. vor ein paar Wochen angeschrieben, um mir ihr Projekt und ihr aktuell geplantes Buch „Wohl in meiner Haut“ vorzustellen.

Gisela Enders

Gisela Enders von Dicke e.V. – Fotografin: Stefanie Schmitt

Da sie leider keinen Verlag finden konnte, braucht sie nun Unterstützung für ihr Crowdfunding Projekt. Nur noch wenige Wochen könnt Ihr dort Euren Teil dazu beitragen und als Dankeschön das fertige Buch erhalten oder, bei einer Spende von 40 Euro, sogar mit Eurem Bild auf dem Titelbild erscheinen. Bis zum 12.04. müssten so 5000 Euro zusammenkommen, damit das Buch im Juni erscheinen kann. Wenn alles klappt, wird es dann für 17,90 Euro ganz normal im Buchhandel oder online zu kaufen sein.

Warum ist es eine gute Sache, sich dafür zu engagieren?

Die Gesellschaft stigmatisiert bis heute sehr vehement Übergewicht. Ich denke, die meisten von uns haben früher oder später entsprechende Erfahrungen gemacht. Das körperfeindliche Umfeld, in dem wir uns bewegen, bringt dicke Menschen dazu, sich im schlimmsten Fall als wertlos zu empfinden – durch die Unterstellung von zu wenig Disziplin, verminderter Leistungsfähigkeit und sogar eine Verknüpfung mit mangelhaftem Intellekt. Letzteres wird vor allem aus Studien geschlossen, die zeigen, dass Übergewicht vor allem in bildungsfernen Mileus anzutreffen ist. Zudem kann ein dicker Mensch demnach nicht gesund sein, belastet unsere Gesundheitssysteme und sollte sich schon aus diesem Grund schämen und endlich mal anfangen an sich zu arbeiten. Hier kommen viele Unterstellungen und Fehlannahmen zusammen, die Gisela als falsch entlarvt. Spannende Dinge zum Thema Gesundheit haben Studien hervorgebracht, die ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann: nicht das Übergewicht ist ein gesundheitliches Problem, sondern Bewegungsmangel und einseitige bzw. ungesunde Ernährung. Nebenbei bemerkt habe ich auch einen Magisterabschluss in Medienwissenschaft und Philosophie und bin trotzdem dick.

Mein eigenes Körpergefühl

In Zeiten, in denen ich Sport treibe und mich vielseitig ernähre, fühle ich mich auch automatisch fitter und frischer, nehme aber meistens kaum ab dabei. Wie bei jedem anderen auch kommt es bei mir aber in stressigen Zeiten auch dazu, dass ich mich ungesünder ernähre und zu wenig bewege -> Jappsen beim Treppensteigen und Pickel sind die Folge, genauso wie einfach etwas weniger Lust am Leben als gewöhnlich.

DSCN0384Das geht jedem so, ob schlank oder dick und diesen Punkt gilt es sich bewusst zu machen. Ich habe vor Jahren beschlossen, mich nicht mehr für meinen Körper zu hassen, sondern mich mit ihm anzufreunden und mich um ihn zu kümmern. Aber nicht mehr, wie früher, mit der 1000. Diät, sondern durch vernünftige Ernährung und Bewegung. Wie schon erwähnt, bin ich auch nur ein Mensch und es gibt Zeiten, da klappt das besser und Zeiten, wo es einfach nicht so gut geht. Aber auch für diese Zeiten habe für mich einfach beschlossen, mich gern zu haben – genau so wie ich bin. Auch das gelingt manchmal besser und dann wieder schlechter, denn Selbstliebe ist ein langwieriger Prozess und leider nichts statisches.

CollageAusdrückeGisela beschäftigt sich in ihrem Buch genau mit diesem Thema, bietet Unterstützung und gibt Tipps mit auf den Weg. Sie zeigt, wie es gelingen kann, sich als dicker Mensch wohl zu fühlen in seiner Haut.

Wem das nach und nach gelingt, weil er ein Leben führt, dass mit Freude und Zufriedenheit angefüllt ist, weil er Bestätigung nicht von außen braucht, sondern sich selbst schenken kann, wer sich wohl fühlt mit seiner Ernährung, seiner Fitness, dem Aussehen des eigenen Körpers – der wird, nach meiner Erfahrung, auch eher akzeptiert, weniger angegriffen und lebt einfach glücklicher. Deshalb kann ich jedem nur empfehlen, sich mit dem Thema zu befassen und sich entsprechende Unterstützung zu suchen, beispielsweise durch Giselas Buch. Es ist eine gute Sache für uns alle und deshalb werde ich ihr in den kommenden Tagen auch meine Spende zukommen lassen.

Bye bye

Katrin

Facebook Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.